Was ist moderne Hypnotherapie?

Ganz wichtig: Hypnotherapie (oder therapeutische Hypnose) ist nicht zu vergleichen mit einer Showhypnose, die man manchmal im Fernsehen oder bei Bühnenshows sehen kann! Sie hat auch nichts mit Manipulation, Machtausübung oder esoterischem Hokuspokus zu tun. Man könnte sie eher als eine Form der angeleiteten Selbsthypnose bezeichnen.

„Moderne Hypnose betrachtet den Organismus als selbstorganisierten Prozess, dem der Therapeut Anstöße zur Neuordnung geben kann, die im Wesentlichen aus den Ressourcen des Patienten ermöglicht wird. Trance stellt dafür einen Kontext bereit, in dem die gelernten Begrenzungen leichter als im Alltagsbewusstsein überschritten werden können.“ (Dirk Revenstorf, 2009)

Hypnose bzw. ein hypnotischer Zustand, so wie wir ihn in der Hypnotherapie verstehen, ist ein wohltuender, nach innen gerichteter, tiefer und fokussierter Entspannungszustand (Trance). Er liegt zwischen Wachsein und Schlaf, was bedeutet, dass Ihr Bewusstsein noch leicht aktiv bleibt und Sie so jederzeit die Kontrolle haben über das, was passiert. Sie können zum Beispiel in der Trance mit der Therapeutin sprechen und auf Fragen antworten. Sie könnten also jederzeit aus der Trance aussteigen und die Hypnose abbrechen, wenn es Ihnen aus irgendeinem Grund wichtig erscheint oder Sie sich sehr unwohl fühlen.

Während der Hypnose ist das Tor zum Unterbewusstsein weiter geöffnet als im Wachzustand. Wir können dem Unterbewusstsein auf direktem Wege Botschaften oder Anweisungen mitgeben, ohne dass diese erst den längeren Weg über das Bewusstsein nehmen müssen, wo sie möglicherweise auf Barrieren stoßen. Unser Verstand kann sehr skeptisch sein! Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Hypnose ist die Aktivierung von vorhandenen, jedoch gerade nicht zugänglichen Ressourcen des Klienten. Die Hypnotherapie geht davon aus, dass jeder Mensch bereits alle Ressourcen, die er für die Lösung seines Problems braucht, in sich trägt, und gibt hilfreiche Impulse, um diese wiederzuentdecken und nutzbar zu machen.

Praxis Lena Noa Hypnotherapie | Foto Vivien Herrmann Fotografie (@vivienherrmannfotografie)
Foto: Vivien Herrmann Fotografie (@vivienherrmannfotografie)

Bewusstsein und Unterbewusstsein „sprechen“ verschiedene Sprachen. Die Sprache unseres Bewusstseins und Verstandes ist logisch, stützt sich auf Fakten und Worte und folgt Argumenten. Die Sprache des Unterbewusstseins ist viel älter und besteht aus Bildern, Emotionen, Empfindungen und Geschichten. Es gab sie schon, bevor wir mit unserem Verstand eine Sprache der Worte und der Logik entwickelt haben. Sie ist eine fantasievolle Bildersprache, und jeder von uns kennt sie: Es ist die Sprache unserer Träume.

In der Hypnose nutzen wir diese Bildersprache, die das Unterbewusstsein sehr gut übersetzen und deuten kann. Weil sie so anders ist als die Sprache, die wir im Wachzustand nutzen, schaltet sich das Bewusstsein während einer Hypnose manchmal ein und kommentiert, dass es das, was erzählt wird, unlogisch und wirr findet, möglicherweise sogar für Quatsch hält. Das passiert vielen Klienten, vor allem, wenn sie noch keine Erfahrung mit Hypnose haben. Wir lassen den Verstand einfach reden, ignorieren ihn und folgen weiter der Bilderwelt unserer Hypnosegeschichte.

Hypnosen wirken immer, doch nicht immer erkennen wir, wann und wie. Sie wirken manchmal sofort, deutlich und unmittelbar, manchmal aber auch eher subtil, schleichend, nicht sofort wahrnehmbar und Veränderungen sind dann erst nach einer Zeit, wenn wir zurückblicken, deutlicher zu sehen. Das Unterbewusstsein prüft die Geschichten und deutet sie auf eine relevant erscheinende Weise. Je relevanter es die Hypnosegeschichte einordnet, desto wirkungsvoller ist sie.

Hypnotherapie ist seit 2006 ein wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren, dessen Wirkungen gut belegt sind. Es wurde auch nachgewiesen, dass Hypnose sehr komplex wirkt: auf rationaler, emotionaler, sozialer, imaginativer und körperlicher Ebene. Was genau da in Körper und Geist passiert, wissen wir heute noch nicht. Wir wissen nur, dass der ganze Organismus auf vielfältige Weise profitieren kann. Ich staune selbst jeden Tag aufs Neue, was alles dank Hypnose möglich ist!

Weitere Therapiemethoden

Viele der genannten therapeutischen Methoden greifen ineinander und werden meist in Kombination, auch in Kombination mit Hypnotherapie, angewendet.

Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen (auch bekannt als inneres Team, innere Familie, Ego States u.a.)

Bestimmte Verhaltensmuster, Gefühlszustände, Eigenschaften usw. können wir uns als eigenständige Persönlichkeitsanteile vorstellen. Es gibt dominante Persönlichkeitsanteile, leise und schüchterne Persönlichkeitsanteile, fröhliche, kritische, ärgerliche und sogar verbannte Persönlichkeitsanteile in jedem von uns – eine bunte Familie, ein kreatives Team, ein professionelles Theaterensemble, eine heterogene Mannschaft oder wie auch immer man es nennen möchte.

Manchmal schießen einzelne oder auch mehrere verbündete Persönlichkeitsanteile übers Ziel hinaus und verursachen Probleme. Manchmal gibt es mehrere Persönlichkeitsanteile, die im Widerstand zueinander stehen oder sich sogar gegenseitig bekämpfen. Wir schauen uns an, was diese Anteile eigentlich wollen und wie sie ihre eigentlichen Aufgaben besser erfüllen können.

Achtsamkeitsübungen

Wir nutzen Achtsamkeitsübungen, um die Kompetenz der fokussierten, bewertungsfreien Aufmerksamkeit zu trainieren, die für viele weitere Methoden hilfreich ist und die Effektivität der therapeutischen Arbeit erhöht.

Stress- und Emotionsregulation

Um im Alltag und in belastenden Situationen wirkungsvoll die eigenen emotionalen Reaktionen selbst regulieren zu können, lernen wir Methoden kennen, wie wir unsere automatisch ablaufenden Reaktionen frühzeitig erkennen und eingreifen können. Durch das Einüben und regelmäßige Wiederholen der Methoden und Übungen werden diese auch in Stresssituationen abrufbar und führen in kurzer Zeit zu einem entspannteren Zustand.

Ressourcenarbeit mit Stärken und Werten

Was sind eigentlich meine größten Stärken und wichtigsten Werte im Leben? Gemeinsam erforschen wir, was uns leitet und begleitet, und wie wir unsere Stärken für Problemsituationen nutzen können, aber auch im Alltag einsetzen können.

Lösungsorientierte Gesprächstherapie

Die eigenen Probleme und Themen in Worte zu fassen, sie zu beschreiben und zu erläutern erfordert, dass wir sie für uns ordnen und uns selbst zuhören. Allein dieser Prozess schafft oft schon eine erste Klarheit. Mit strukturierenden und lösungsorientierten Fragen wird dieser Prozess geleitet und eine Weiterentwicklung angeregt, die zu neuen Perspektiven und Lösungsansätzen führt.

Therapeutische Geschichten

Geschichten sind die Sprache unseres Unterbewusstseins. Wir nutzen Sie in der Hypnose, aber auch ohne tiefen Trancezustand wirken die übertragenen Bedeutungen von Geschichten direkt auf das Unterbewusstsein, das seine eigenen Interpretationen und Handlungsanweisungen aus ihnen zieht.